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NUTZUNGVON BILDDATEN
Charles Mellin gen. Charles le Lorrain (*Nancy 1597 - † Rom 1649), Zeichner
Kampf des Heiligen Georg mit dem Drachen, 1627-1631
Die unter dem Namen Poussin aufbewahrte Zeichnung wurde 2002 in Bremen von Pierre Rosenberg dem Künstler Charles Mellin zugeschrieben. Dies war für den ehemaligen Generaldirektor des Louvre leicht zu machen, da er schon Jahre vorher ein zum Verwechseln ähnliches Blatt im belgischen Privatbesitz dem gleichen Künstler zugeschrieben hatte. Pierre Rosenberg und Jacques Thuillier, ehemaliger Professor am Collège de France, beschäftigten sich seit Jahrzehnten mit Mellin, der zum ersten Mal 2007 von Philippe Malgouyres in einer Ausstellung in Nancy und Caen umfassend ausgestellt wurde.
Mellin hat die beiden Zeichnungen in einem seiner Freskos für den Palazzo Muti in Rom aufgegriffen: es handelt sich um die Komposition in der Mitte des «Salons von Marcus Curtius ». Der römische Tugendheld und sein Pferd sind auf disem Fresko in einer sehr ähnlichen Haltung wie auf den beiden Zeichnungen wiedergeben. Bei der Ausstattung der Salons handelt es sich um einen der ersten Aufträge an Mellin doch wissen wir leider nichts über die weiteren Begleitumstände.
Philippe Malgouyres glaubte 2007 nicht daran, dass Mellin auf den beiden Zeichnungen den heiligen Georg darstellen wollte. Er fragt sich, ob der Künstler hier nicht eher Bellerophon, der die Chimära tötet, gezeichnet hat. Der Künstler hätte dann, so der Autor des Kataloges von 2007, das Projekt umgearbeitet und schließlich einen Marcus Curtius aus Bellerophon gemacht. Marcus Curtius hält auf dem Fresko einen Kranz in seinen Händen und springt mit ihm in den Abgrund wie Titus-Livius es uns in Ab urbe condita berichtet (VII:6).
Mellin war zwischen 1627 und 1631 eng mit der alten Adelsfamilie Muti verbunden und lebte in Rom in ihrem römischen Palast. Die Bremer Zeichnung ist wegen ihrer Nähe zum Fresko unzweifelhaft in dieser Zeit entstanden. Mellin hatte sehr stark von der Abreise Vouets nach Frankreich profitiert und konnte wohl in zahlreichen Fällen den Platz des berühmten französischen Malers innnerhalb der römischen Kunstwelt einnehmen.
Mellin unterrichtete die Söhne seines adeligen Mäzens in der Kunst der Malerei. Die Zeichnung aus Bremen und diejenige in Privatbesitz sind wie oben schon erwähnt derart ähnlich, dass man sich die Frage stellen darf, ob eines der Blätter nicht von einem seiner begabten Schüler kopiert wurde. Dafür spräche zum Beispiel der breite weiße Rand um die Zeichnung, da es fraglich ist, warum ein zeichnender Künstler so viel Raum um seine Komposition lassen würde. Doch schreibt auch Yuri Primarosa in seinem Artikel zum Verhältnis von Mellin und den Mutis beide Blätter Mellin zu und so folgen wir ihm hier.
David Mandrella
Mellin hat die beiden Zeichnungen in einem seiner Freskos für den Palazzo Muti in Rom aufgegriffen: es handelt sich um die Komposition in der Mitte des «Salons von Marcus Curtius ». Der römische Tugendheld und sein Pferd sind auf disem Fresko in einer sehr ähnlichen Haltung wie auf den beiden Zeichnungen wiedergeben. Bei der Ausstattung der Salons handelt es sich um einen der ersten Aufträge an Mellin doch wissen wir leider nichts über die weiteren Begleitumstände.
Philippe Malgouyres glaubte 2007 nicht daran, dass Mellin auf den beiden Zeichnungen den heiligen Georg darstellen wollte. Er fragt sich, ob der Künstler hier nicht eher Bellerophon, der die Chimära tötet, gezeichnet hat. Der Künstler hätte dann, so der Autor des Kataloges von 2007, das Projekt umgearbeitet und schließlich einen Marcus Curtius aus Bellerophon gemacht. Marcus Curtius hält auf dem Fresko einen Kranz in seinen Händen und springt mit ihm in den Abgrund wie Titus-Livius es uns in Ab urbe condita berichtet (VII:6).
Mellin war zwischen 1627 und 1631 eng mit der alten Adelsfamilie Muti verbunden und lebte in Rom in ihrem römischen Palast. Die Bremer Zeichnung ist wegen ihrer Nähe zum Fresko unzweifelhaft in dieser Zeit entstanden. Mellin hatte sehr stark von der Abreise Vouets nach Frankreich profitiert und konnte wohl in zahlreichen Fällen den Platz des berühmten französischen Malers innnerhalb der römischen Kunstwelt einnehmen.
Mellin unterrichtete die Söhne seines adeligen Mäzens in der Kunst der Malerei. Die Zeichnung aus Bremen und diejenige in Privatbesitz sind wie oben schon erwähnt derart ähnlich, dass man sich die Frage stellen darf, ob eines der Blätter nicht von einem seiner begabten Schüler kopiert wurde. Dafür spräche zum Beispiel der breite weiße Rand um die Zeichnung, da es fraglich ist, warum ein zeichnender Künstler so viel Raum um seine Komposition lassen würde. Doch schreibt auch Yuri Primarosa in seinem Artikel zum Verhältnis von Mellin und den Mutis beide Blätter Mellin zu und so folgen wir ihm hier.
David Mandrella
Abmessungen
- Darstellung: 146 x 84 mm
- Blatt: 173 x 120 mm
Raum
Werk nicht ausgestellt. Vorlage auf Anfrage möglich.
Inventarnummer
1942/83
Permalink
Werkinformationen
| Künstler |
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| Werk |
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| Grunddaten |
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| Ikonografie | |
| Creditline | Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen, Foto: Die Kulturgutscanner, Public Domain Mark 1.0 |
Werk nicht ausgestellt. Vorlage auf Anfrage möglich.
