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Gustav Gildemeister (*Bremen 1876 - † bei Popielany 1915), Maler

Jüngling in Landschaft , 1908

Ein junger Mann sitzt in sich zusammengesunken und mit verschränkten Beinen inmitten einer Landschaft, die Gustav Gildemeister aus verschiedenen geschwungenen Flächen zusammengesetzt hat. Während der vordere Bereich mit Gras und Blumen bewachsen scheint, lässt die dahinter gelegene Fläche an ein Feld mit Heuballen denken. Den Abschluss bilden eine Bergkette und ein schmaler Himmelsstreifen. Von links erstreckt sich der Ast eines kleinen, knorrigen Baumes bis zum rechten Bildrand und bildet so ein schützendes Dach über der sitzenden Figur. Diese ist stark vereinfacht und ohne jegliche Detailzeichnung gegeben. Der Kopf und die Hände setzen sich hell vom Grün des nicht differenzierten Gewandes und der Füße ab. In sich gekehrt, verkörpert der Dargestellte den Typus des Melancholikers. In diesem Bild des Jahres 1908/09 arbeitet Gildemeister nicht mehr wie noch in dem Bild Traum aus dem gleichen Zeitraum pointillistisch, sondern flächig, die Landschaft ist parallel geschichtet, die Formen gerundet und ohne Modellierung. Diese Merkmale wie auch das zarte Kolorit und die entrückte Stimmung finden sich in Werken der französischen Künstlergruppe Nabis, die Gildemeister möglicherweise allein aus Reproduktionen kannte. Hier wie in der neoimpressionistischen Phase Gildemeisters zeigt sich deutlich der Vorbildcharakter der französischen Kunst um 1900. Alice Gudera
Abmessungen
  • Objekt: 100 x 70 cm
Raum
nicht ausgestellt
Inventarnummer
1291-1988/7
Permalink

Werkinformationen

Künstler

Gustav Gildemeister (*Bremen 1876 - † bei Popielany 1915), Maler

Werk
Titel
Jüngling in Landschaft
Entstehungsdatum
1908-1909
Grunddaten
Abmessungen
  • Objekt: 100 x 70 cm
Werktyp
Gemälde
Technik
Öl auf Leinwand
Bezeichnungen
  • unten rechts datiert: 1908/09
Erwerbsinformation

    1988

  • Geschenk Matias Gildemeister, Ascona 1988
Creditline
  • Kunsthalle Bremen. Foto: Karen Blindow

Kollektionen