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Gustav Gildemeister (*Bremen 1876 - † bei Popielany 1915), Maler

Traum , 1908

Auf dem gebogenen Ast eines zentralen Baumes hockt eine weibliche Figur in einem leuchtend roten Gewand. Der Ast ist so dünn, dass die Frau mehr zu schweben als zu sitzen scheint. In der Wirklichkeit so nicht zu denken, wirkt die Szenerie vielmehr einem Traum entlehnt, wie es auch der Titel angibt. Traumhaft unbestimmt bleiben auch die umgebende Landschaft und die Figur nur schemenhaft in pointillistischer Malweise angedeutet. Die Malerei setzt sich aus grünen, roten und blauen Farbtupfen zusammen. Das Himmel und Erdreich dominierende Grün steht im Komplementärkontrast zum Rot des Kleides, der Baum hebt sich blau ab. Das Bild ist in der fortgeschrittenen pointillistischen Werkphase Gustav Gildemeisters 1908/09 entstanden. Seit 1906 zeigen seine Werke die Auseinandersetzung mit den neoimpressionistischen Arbeiten von Paul Signac und Georges Seurat. Für Gildemeister, der nie nach Paris reiste, war die Wirkung der pointillistischen Malweise besonders anschaulich an einem Wandgemälde Willy von Beckeraths, das dieser 1906 für die Kunsthalle Bremen schuf und das von Matthias Gildemeister, dem Vater Gustav Gildemeisters, gestiftet worden war. Auf der Suche nach einer modernen Formsprache blieb jedoch die kompakte Figurenauffassung von Beckeraths ohne Wirkung auf Gildemeisters Werk. Alice Gudera
Abmessungen
  • Objekt: 116 x 86 cm
Raum
ausgestellt: OG Mittelsaal
Inventarnummer
1290-1988/6
Permalink

Werkinformationen

Künstler

Gustav Gildemeister (*Bremen 1876 - † bei Popielany 1915), Maler

Werk
Titel
Traum
Entstehungsdatum
1908-1909
Grunddaten
Abmessungen
  • Objekt: 116 x 86 cm
Werktyp
Gemälde
Technik
Öl auf Leinwand
Erwerbsinformation

    1988

  • Geschenk Matias Gildemeister, Ascona 1988
Provenienz
  • mind. 1988 Matias Gildemeister erworben als Erbe der Familie des Künstlers
  • 1988 Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen erworben als Geschenk von Matias Gildemeister, Archivalie: Geschenk Matias Gildemeister; Bremen, 1988
  • Creditline
    • Kunsthalle Bremen. Foto: Karen Blindow

    Kollektionen