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Gustav Adolf Schreiber (*Bremen 1889 - † Bremen 1958), Maler

Küchenstillleben , 1943

Das Gemälde ist in der Werkliste des Künstlers unter dem Titel „Stillleben mit Kartoffeln und Poreé [sic!] auf weißem Tuch mit roten (Zinnober) Streifen“ aufgeführt.(1) Ein Haufen Kartoffeln und zwei Lauchstangen sind dicht nebeneinander auf einem weißen Küchentuch mit roten Streifen drapiert. Der Künstler konzentrierte sich vor allem auf den eleganten Schwung und die Freude am Zusammenspiel der unterschiedlichen Formen und Farben, von den gerundeten Kartoffeln in dunklem Graubraun über die grün-weißlichen Lauchstangen bis zur weiß leuchtenden Fläche des Tuches mit seinem wellenförmigen roten Linienmuster. Mit großer Wahrscheinlichkeit haben bei dieser für Schreiber ungewöhnlich flächigen und kontrastreichen Bildgestaltung Stillleben von Georges Braque aus den 1920er und 30er Jahren Anregungen geliefert. Auch das ungewöhnlich schmale Querformat lässt an die wenig früher entstandenen Küchenstillleben von Braque denken, deren flächige, in Schablonentechnik gemalte Farbverteilung den Anreiz für Schreiber geliefert haben könnte.(2) In den Jahren 1935–45, in denen sich Schreiber weitgehend in die häusliche Sphäre zurückzog, sind zahlreiche Stillleben entstanden. Gern malte er Früchte wie Äpfel, Birnen, Trauben oder Pflaumen, deren Rundheit und Fülle er meist durch hellfarbige Gründe hervorhob. Daneben gibt es saftig weich gemalte Zitronen, Eier, Tomaten und Radieschen und mehrere Fischstillleben. Die Betonung der Formen und Flächen erinnert oftmals an Cézanne. Allerdings stilisierte Schreiber die Gegenstände gerne und band sie als dekorative Elemente in ein beschwingtes Ganzes ein. Das Küchenstillleben ist in seinem Farbformenspiel charakteristisch für diese Gemüse-, Obst und Fischstillleben der 30er und 40er Jahre. Ähnlich wie die Blumenbilder dieser Jahre(3) waren auch diese Küchenstillleben sehr beliebt. 1943 befanden sich 15 davon in Bremer Privatbesitz.(4) Katharina Erling (1) Listen meiner Öl und Tempera-Bilder in Privatbesitz, aufgestellt: 1941–43, Nr. 154. Die Listen befinden sich im Nachlass des Künstlers, Privatbesitz Bremen. Die Nummer 154 ist von Schreiber mit einem roten Kreis gekennzeichnet worden, als Zeichen für die „Arbeiten, die ich innerhalb meiner Entwicklung für wichtig u gut halte.“ (2) Nicole S. Mangin: Catalogue de l’œuvre de Georges Braque, 7 Bde., Paris 1959–1982, Bd. 3, S. 13 (1928), 30 (1929), Bd. 4, S. 91 (1941), S. 94 (1941). (3) Vgl. die Texte zu dem Stillleben mit Rosen und dem Stillleben mit Nelken der Kunsthalle Bremen. (4) In den handschriftlichen Verkaufslisten der Jahre 1942, 1943 und 1946 sind sieben solcher in Öl gemalter Stillleben aufgeführt, für die Schreiber zwischen 350 und 2320 RM erhielt.
Abmessungen
  • Objekt: 23 x 49 cm
Raum
nicht ausgestellt
Inventarnummer
356-1945/1
Permalink

Werkinformationen

Künstler

Gustav Adolf Schreiber (*Bremen 1889 - † Bremen 1958), Maler

Werk
Titel
Küchenstillleben
Entstehungsdatum
1943
Grunddaten
Abmessungen
  • Objekt: 23 x 49 cm
Werktyp
Gemälde
Technik
Öl auf Holz
Bezeichnungen
  • oben rechts signiert und datiert: G. A. Schreiber 1943
Erwerbsinformation

    1945

  • Erworben von der Kunsthalle Bremen 1945
Creditline
  • Kunsthalle Bremen. Foto: Karen Blindow

Kollektionen