Größere Ansicht

Rudolf Tewes (*Bremen 1879 - † Bremen 1965), Maler

Bildnis Otto Fromme , 1921

Dargestellt ist Ernst August Otto Fromme (geb. 14. November 1887), der Sohn des Arztes Otto Ferdinand Fromme und von dessen Frau Ida Elisabeth Gertrude Keun. Der unverheiratete Bremer Rechtsanwalt Otto Fromme betätigte sich auch schriftstellerisch und soll – nach der Erinnerung des Stiefsohnes von Tewes – eine extravagante Persönlichkeit mit bohèmehaften Neigungen gewesen sein.(1) Tewes malte ihn im Alter von 34 Jahren, mit locker übergeschlagenen Beinen und im Schoß verschränkten Händen auf einem braunen Thonet-Stuhl sitzend. Die äußere Erscheinung ist sehr gepflegt: Fromme trägt einen dunkelblau-grauen Anzug mit leuchtend blauer Krawatte auf einem weißen Stehkragen. Die ausgeprägten Züge in dem schmalen Gesicht, die widerspenstigen kurzen Haare und der lächelnde Ausdruck vermitteln den Eindruck eines unternehmungslustigen und geistvollen jungen Mannes. Das Porträt könnte in Paris entstanden sein, da sich Fromme 1921 für ein Jahr auf Reisen begab.(2) Tewes war als Bildnismaler sehr geschätzt und hatte seine ersten Ausstellungen in Bremen, München und Berlin mit Bildnissen beschickt. Auch in seinen späteren Ausstellungen waren immer Porträts zu sehen.(3) Während seine frühen Selbstporträts in ihrer leuchtenden Farbigkeit der Malerei van Goghs verpflichtet sind, zeigen die späteren Bildnisse eine eher verhaltene und auf wenige Farbklänge abgestimmte Malweise, die an die Porträtmalerei der deutschen Impressionisten Max Liebermann und Max Slevogt erinnert. Das Bildnis Otto Fromme gehört noch in Tewes’ Pariser Zeit, zeigt aber im Unterschied zu seinen früheren Pariser Werken in der abgewogenen und gesetzten Malweise eine eher traditionelle Porträtauffassung, die das Augenmerk auf handwerkliches Können und treffende psychologische Erfassung legt. Katharina Erling (1) Freundliche Mitteilung von Halmon Thum, Holland. (2) Zur Person von Ernst August Otto Fromme siehe die Stammtafel Nr. 15529 im Zivilstandsregister, Staatsarchiv Bremen. Am 28. Januar 1921 stellte er einen Passantrag für ein Jahr, siehe den Eintrag im Passregister, Datenbank der Maus, Gesellschaft für Familienforschung Bremen im Staatsarchiv Bremen. (3) Tewes trat 1902 in Bremen zum ersten Mal mit einem Porträt an die Öffentlichkeit, vgl. dazu: Ausstellungsbuch 1899–1906: S. 77, Okt. 1902, Nr. 69: Portrait, nicht zu verkaufen, im Besitz von Konsul Tewes; S. 76–77, Januar 1909, Nr. 1010: Portrait K. A., unverkäuflich; Verzeichnis der dritten Ausstellung der Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler, Kat. Ausst. Kunsthalle Bremen 1909, Kat. Nr. 125, 126; Leihausstellung von Gemälden, Zeichnungen und Bildwerken aus bremischem Privatbesitz in der Kunsthalle zu Bremen, Kat. Ausst. Kunsthalle Bremen 1909, Kat. Nr. 306; Grosse Kunstausstellung Bremen 1910, Kat. Ausst. Kunsthalle Bremen 1910, Kat. Nr. 327, 328; Ausstellungsbuch 1912–1922, S. 3, 28. Dez. 1912: Nr. 708: Weibl. Portrait, nicht verkäuflich; Bremische Kunstausstellung, Kat. Ausst. Kunsthalle Bremen 1913 (außer Katalog); s. Ausstellungsbuch 1912–1922, S. 186, Okt. 1913, Nr. 99: weibl. Portrait unverkäuflich; S. 55, 26. Nov. 1914: Portrait Erich Alberti; S. 151, Feb. 1920, Nr. 476: Herrenportrait; Nr. 492 u. 505: Portrait Bremen 1910; Nr. 328. Vgl. auch: Emil Waldmann, in: Kunst und Künstler 8, 1909/10, S. 371: Bildnis des Herrn Dr. Boner.
Abmessungen
  • Objekt: 82,5 x 67,5 cm
Raum
nicht ausgestellt
Inventarnummer
1012-1969/10
Permalink

Werkinformationen

Künstler

Rudolf Tewes (*Bremen 1879 - † Bremen 1965), Maler

Werk
Titel
Bildnis Otto Fromme
Entstehungsdatum
1921
Grunddaten
Abmessungen
  • Objekt: 82,5 x 67,5 cm
Werktyp
Gemälde
Technik
Öl auf Leinwand
Bezeichnungen
  • unten rechts signiert und datiert: Tewes/1921
Erwerbsinformation

    1969

  • Geschenk Otto Fromme, Bremen 1969
Creditline
  • Kunsthalle Bremen. Foto: Karen Blindow

Kollektionen