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Edmund Schaefer (-Osterhold) (*Bremen 1880 - † Marquartstein/Oberbayern 1959), Maler

Selbstbildnis , 1924

Edmund Schaefers Selbstpräsentation ist als Brustbild angelegt, wobei Kopf und Brustpartie die gesamte Bildfläche einnehmen.(1) Das länglich schmale Gesicht mit vollem, welligem Haar ist leicht nach rechts gewandt. Unter der geraden Nase sitzt ein buschiger Oberlippenbart, der die schmalen Lippen noch erkennen lässt. Sein aufmerksamer, fast bohrende Blick gilt dem Betrachter, den er wie ein Modell zu mustern scheint. Er trägt seinen hellgrauen Malerkittel offen, darunter treten ein weißes Hemd und eine gestreifte Krawatte zum Vorschein und in der rechten Hand hält er ein Bild. Die Themenwahl, vor allem aber der direkte Blick und die unsentimentale Darstellung zeigen, dass sich Schaefer mit den Arbeiten der Künstler der Neuen Sachlichkeit auseinandergesetzt haben muss. Edmund Schaefer verzichtet in diesem Selbstportrait auf das Motiv des Künstlers bei der Arbeit an der Staffelei mit den obligatorischen Attributen wie Pinsel und Palette. Lediglich ein an der rechten Wand auf einer Staffelei stehendes Bild weist den Bildraum als Ateliersituation aus. Indem sich Schaefer nicht bei der Arbeit, sondern bei der Betrachtung seines Werkes darstellt, reflektiert er über seine Einstellung zur eigenen Berufs- und Lebenssituation, hinterfragt seine künstlerische Identität und seine Rolle als Lehrer. Obwohl der damals 44-jährige Edmund Schaefer bereits Professor der Klasse für angewandte Graphik an der Kunstgewerbe- und Handwerkschule in Berlin war, scheint er mit diesem Selbstportrait sein malerisches Können und Schaffen unter Beweis stellen zu wollen. Es existieren zwar einige Bildnisse(2) und Landschaftsdarstellungen(3) in Öl, doch bleibt vor allem sein umfassendes und handwerklich perfektes graphisches Werk in Erinnerung. Manu von Miller (1) Das Selbstportrait ist abgebildet in: Münchner Maler im 19. Jahrhundert, bearb. von Horst Ludwig u.a., 6 Bde., München 1981–1994, Bd. 6, S. 261, sowie Dr. Eberhard Hölscher: Prof. Edmund Schaefer, o.O., o.J. (2) Schreinermeister aus Marquartstein, Öl auf Leinwand, 77,5 x 65 cm, bez. u. r. Edm. Schaefer-Osterhold, Inv. Nr. K 10722, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München. (3) Für die Gemeinde Unterwössen/Chiemgau malte Edmund Schaefer 1952 eine Ansicht des Ortes. Das Bild hängt heute im dortigen Rathaus. Für die evangelische Erlöserkirche in Marquartstein/Chiemgau gestaltete er zudem eine riesige Altarwand, siehe Bremer Nachrichten, 30.12.1958.
Abmessungen
  • Objekt: 48,5 x 39,3 cm
Raum
ausgestellt: OG Mittelsaal
Inventarnummer
24-1925/1
Permalink

Werkinformationen

Künstler

Edmund Schaefer (-Osterhold) (*Bremen 1880 - † Marquartstein/Oberbayern 1959), Maler

Werk
Titel
Selbstbildnis
Entstehungsdatum
1924
Grunddaten
Abmessungen
  • Objekt: 48,5 x 39,3 cm
Werktyp
Gemälde
Technik
Öl auf Leinwand
Bezeichnungen
  • unten links signiert und datiert: Edm. Schaefer/1924.
  • verso auf dem Keilrahmen signiert, betitelt und datiert: Edm. Schaefer/Selbstportrait/44 Jahre alt
Erwerbsinformation

    1925

  • Geschenk des Künstlers 1925
Creditline
  • Kunsthalle Bremen. Foto: Karen Blindow