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Gustav Adolf Schreiber (*Bremen 1889 - † Bremen 1958), Maler

Stillleben mit Rosen , 1934

Schreiber nannte das Bild in seiner Werkliste „Rosen im Glas (leicht verblüht)“.(1) Der duftig locker gemalte Strauß voll erblühter Rosen, die von dunklem samtigen Rot bis zum hellen Rosé und Weiß aus dem flüchtig angedeuteten grünen Blattwerk hervorleuchten, steht in der Tradition der französischen Blumenstillleben seit Eugène Delacroix, Gustave Courbet oder auch Henri Fantin-Latour. Direktere Anregungen haben möglicherweise Pfingstrosenbilder von Manet aus den Jahren 1864/65(2) oder die Blumensträuße in Glasvasen von 1882(3) sowie auch Rosenstillleben von Renoir aus den 1880er Jahren gegeben, auf denen oftmals die heruntergefallenen Blütenblätter als Hinweis auf die Vergänglichkeit des Schönen zu lesen sind. Bei Schreiber steht die duftig malerische Erscheinung der blumigen Fülle im Vordergrund, und eine Ahnung von Vergänglichkeit gewinnt allenfalls in der flüchtig angedeuteten und sich zart wieder auflösenden Dinglichkeit Gestalt. Die schwungvolle, offene Malweise, die die Einzelheiten verschwimmen lässt und die Akzente in übergreifenden Farbzusammenhängen setzt sowie die flächig angedeuteten räumlichen Gegebenheiten lassen an Stillleben von Oskar Kokoschka aus den zwanziger Jahren denken. Kokoschka dürfte Schreiber besonders durch seine unbekümmert freie Handhabung von Zeichnung und Malerei und durch ein ähnliches Verständnis für die Durchlässigkeit der Erscheinung beeindruckt haben. Vor allem in den politisch schwierigen Jahren 1934–1945 malte Schreiber zahlreiche Blumenstillleben dieser Art – mal duftig schmelzend, mal in zeichnerisch detaillierter Vielfalt –, da das Motiv seinem Sinn für alles Schöne und Edle entgegenkam und die Bilder gleichzeitig gut verkäuflich waren.(4) Es entstanden Stillleben mit Pfingstrosen, Georginen, Nelken, Narzissen, Tulpen, Gladiolen, Flieder, Dahlien, Mimosen oder Maiglöckchen in unterschiedlichsten farblichen Zusammenstellungen, wobei die üppig ausladende oder zart verhaltene Eigenart der Blumen in impressionistisch inspirierter, flüchtiger Kurzschrift festgehalten wurde. Katharina Erling (1) Listen meiner Öl und Tempera-Bilder in Privatbesitz, aufgestellt: 1941–43, Nr. 20. Die Listen befinden sich im Nachlass des Künstlers, Privatbesitz Bremen. (2) S. dazu auch den Text zu Rodolf Tewes’ Bild Pfingstrosen im Besitz der Kunsthalle Bremen. (3) S. u.a.: Œillets et clématites dans un vase de cristal, 1882, vgl. Denis Rouart / Daniel Wildenstein: Edouard Manet, Catalogue raisonné, 2 Bde., Lausanne/Paris 1975, Bd. 1, Nr. 423. (4) In den handschriftlichen Verkaufslisten der Jahre 1942, 1943 und 1946 sind 19 in Öl gemalte Blumenstillleben aufgeführt, für die Schreiber zwischen 450 und 1400 RM erhielt.
Abmessungen
  • Objekt: 57,5 x 43,5 cm
Raum
nicht ausgestellt
Inventarnummer
1164-1975/6
Permalink

Werkinformationen

Künstler

Gustav Adolf Schreiber (*Bremen 1889 - † Bremen 1958), Maler

Werk
Titel
Stillleben mit Rosen
Entstehungsdatum
1934
Grunddaten
Abmessungen
  • Objekt: 57,5 x 43,5 cm
Werktyp
Gemälde
Technik
Öl auf Sperrholz
Bezeichnungen
  • unten links datiert und monogrammiert: GAS. 34
Erwerbsinformation

    1974

  • Vermächtnis Margarete Meyer-Schwarting, Bremen 1974
Creditline
  • Kunsthalle Bremen. Foto: Karen Blindow

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